Darkfab erwacht – Tag Eins
Die Blaupause
Alles begann mit einem Impressionsvideo von StrongDM. Drei Ingenieure betreiben dort eine Software Factory, in der kein Mensch Code schreibt und kein Mensch Code reviewt. Das System nimmt Spezifikationen in Markdown entgegen, baut die Software, testet sie gegen Verhaltensszenarien und liefert fertige Artefakte.
Im Zentrum steht Attractor – ein nicht-interaktiver Coding Agent, der als Graph von Knoten strukturiert ist. Jeder Knoten entspricht einer Phase im Entwicklungsprozess, die Kanten dazwischen werden in natürlicher Sprache beschrieben und vom LLM ausgewertet.
Wir haben die Specs gelesen. Dann haben wir gebaut.
Credits an das StrongDM-Team – insbesondere an Dan Shapiro und das Engineering-Team, die nicht nur eine Dark Factory gebaut, sondern die komplette Spezifikation open-source veröffentlicht haben. Ohne diese Transparenz wäre unser Start deutlich langsamer gewesen.
Was an Tag Eins passiert ist
Hier ist das Protokoll – chronologisch, ungefiltert:
- Attractor gebaut – Die StrongDM-Specs als Grundlage genommen und unsere eigene Variante implementiert, angepasst an unser GitLab-Setup und das Provitex-Brain
- GitLab Fabric erstellt – Eine GitLab-Gruppe als Infrastruktur-Backbone: Repositories, CI/CD-Pipelines, Runner-Konfiguration
- Grundkonfiguration angeschlossen – Agent an GitLab API, Runner und Brain-Kontext angebunden
- YOLO- und MR-Modus integriert – Zwei Betriebsmodi: YOLO für direkte Commits (schnell, für einfache Tasks) und MR für Merge-Request-basierte Workflows (sicher, für komplexe Änderungen)
- Tickets als Gateway – GitLab-Issues als Eingangstor zum Agentic Loop: Ein Ticket wird erstellt, der Agent übernimmt
- Anthropic API Plan bestellt – Höhere Rate Limits, um den autonomen Betrieb nicht an API-Grenzen scheitern zu lassen
- Selbstverbesserungs-Loop integriert – Der Agent analysiert seine eigenen Ergebnisse, erkennt Muster und passt seine Prompts und Strategien an
- YOLO-Modus in Betrieb genommen – Live. Echte Tickets. Kein Mensch im Loop.
Das Ergebnis
Nach 24 Stunden: 97 Commits über alle angeschlossenen Repositories. Darkfab war nicht nur am eigenen Repository aktiv – das System hat parallel an 5 GitLab-Repositories gearbeitet, darunter ein echtes Kundenprojekt.
Von den 97 Commits kamen 21 vom PX-AI Coder – unserem GitLab-Service-Account für vollautonome Agent-Commits. Der Rest war Human-in-the-Loop-Arbeit: Setup, Architektur, Konfiguration.
Das ist kein Benchmark und kein Marketing-Claim. Es sind die tatsächlichen Zahlen aus den Git-Logs des ersten Tags.
Der Selbstverbesserungs-Loop in Aktion
Das Beeindruckende: Die 10 autonomen Commits waren keine vorgegebenen Aufgaben. Darkfab hat im Selbstverbesserungs-Loop eigene Tickets identifiziert, in GitLab angelegt, gelöst und mit dem Label darkfab:done geschlossen. Zwei Beispiele direkt aus GitLab:

Ticket #27 – eine Vault/SOPS-Integration für Secret Management – hat der Agent selbständig als Sicherheitsverbesserung erkannt und implementiert. Ticket #28 – ein Config-Test-Fix – entstand aus der Analyse der eigenen Test-Coverage. Beide mit dem Label darkfab:done automatisch abgeschlossen.
Die Commits stammen vom PX-AI Coder – unserem GitLab-Service-Account für autonome Agent-Commits:

Kein Mensch hat diese Tickets erstellt. Kein Mensch hat den Code geschrieben. Kein Mensch hat den Commit gemacht. Der Agent hat ein Problem erkannt, eine Lösung implementiert und die Änderung ausgeliefert.
Was wir gelernt haben
Der YOLO-Modus ist beeindruckend schnell, aber nicht für alles geeignet. Manche Tickets brauchen den MR-Modus mit menschlichem Review. Die Kunst liegt darin, automatisch zu erkennen, welcher Modus der richtige ist.
Der Selbstverbesserungs-Loop funktioniert. 21 von 97 Commits waren vollautonom – ein Autonomie-Level von 21,6 % am ersten Tag. Und das Spannendste: 5 dieser autonomen Tickets liefen nicht am eigenen Darkfab-Repository, sondern an einem echten Kundenprojekt.
Die nächste Herausforderung: Skalierung. Nicht mehr Tickets pro Stunde, sondern komplexere Tickets. Der Weg von einfachen Bug-Fixes zu Feature-Entwicklung.
Darkfab ist wach. Mal sehen, was Tag Zwei bringt.